Die Kirche in Hohe

Eine kleine Baugeschichte

Verfasst zur 750-Jahr-Feier 1252-2002

Erst Erwähnung des Ortes

Das Dorf Hohe wird urkundlich zum ersten Mal genannt im Jahre 822 bzw. 836. Ein Adelsgeschlecht „von Hoghe“ gibt es in den Jahren 1266-1305. 1252 wird ein „Hospitium tho dhem Houge" (Gastrecht) erwähnt, das vom Kloster Corvey zusammen mit dem Zehnten von 618 Morgen Land an das Kloster Kemnade gegeben wird.

Zur Baugeschichte der Kirche

Die Kirche ist ein romanischer Bau aus dem 13. Jahrhundert mit baulichen Veränderungen aus unterschiedlichen Zeiten. Die kleinen romanischen Fenster wurden 1889 vergrößert. In dieser größeren Form sind sie bis heute erhalten.

Der Eingang zur Kirche wurde in den Turm verlegt. Die alten Seitentüren wurden vermauert.

An der westlichen Turmseite befindet sich ein Stein mit der Jahreszahl 1617.

Im Turm lassen Gewölbeansätze vermuten, dass ein Gewölbe wie im Kirchenschiff bestanden hat oder geplant war.

1977 wurden umfangreiche Bausicherungsarbeiten an der Kirche durchgeführt, um ihre Standsicherheit zu verbessern. Aus dieser Zeit stammen die Außenstützen, die vorher nicht vorhanden waren.

Zur Architektur

Die Kirche besteht aus einem einzigen Schiff mit östlich angefügtem Altarraum und westlich vorgesetztem Turm. Das Kircheninnere enthält drei Kreuzgewölbe.

Ähnliche Kirchen befinden sich noch heute in Ottenstein (Friedhofskapelle Hattensen) und Heyen, baulich später veränderte Kirchen in Niederbörry und Oberbörry; nicht mehr vorhanden sind die ganz ähnlich erbauten Kirchen in Halle und Vorwohle, dazu die Kapelle auf dem Heiligenberg bei Heyen (hier ist der romanische Grundriss noch ersichtlich).

Zur Inneneinrichtung

Der mittelalterliche Altartisch hat eine Sandsteinplatte mit einer Reliquiengruft. Der Altaraufsatz mit der Abendmahlsdarstellung stammt aus dem 17. Jahrhundert (vor 1680) und ist von Bernhard Woldmate aus Hameln gemalt worden. Altarbilder und andere Bilder von Woldmate gibt es auch in Coppenbrügge, Hajen, Niederbörry, Rinteln, Welsede und Tündern.

Auf dem Alter befindet sich ein aus Eichenholz gefertigtes Lesepult aus dem Jahre 1679, gestiftet von „Cordt Warnecken". Der Taufstein ist das älteste Ausstattungsstück der Kirche. Aus einem Sandsteinblock gearbeitet, hat er eine umlaufende früh-gotische Majuskelinschrift (wohl Anfang 13. Jh.): „SEPTEM S(UV)T EA QV(A)E FACIUNT PECCATA REMIT(TI) FACTA IN EA SVNT D(E)O”; “Sieben (Gaben) sind es, die bewirken, dass die Sünden (in der Taufe) vergeben werden, diese Gaben sind in Gott begründet.“ Der erste Teil der Inschrift ist ein Hexameter, der zweite ein Zitat nach Johannes 3,21; so die Auskunft der Inschriftenkommission der Göttinger Akademie der Wissenschaften.

Später wurde der Taufstein als Untersatz für die spätgotische Kanzel (16. Jh.) benutzt. Seit 1933 findet er aber wieder Verwendung als Taufstein. Über der Kanzel befindet sich ein Schalldeckel von 1699.

Das Kruzifix unter der rechten Empore stammt von einem neugotischen Altaraufsatz (um 1890).

Im Eingangsbereich ist hinter der Glastür eine Grabplatte aufgestellt, die an Pastor Dünnhaupt erinnert, der in Hohe von 1678 bis 1691 amtierte und aus Bodenwerder stammte.

Die Turmhalle ist als Gedächtnisraum für die Gefallenen des Ersten und des Zweiten Weltkrieges gestaltet.

 

Die Stiftung „Unsere Kirchen" unterstützt die Kirchengemeinde bei der Erhaltung der Kirche.

 

 

Literatur

  • Steinacker, K., Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Holzminden, Bd. 4, Wolfenbüttel 1907, 365-369
  • Blomberg, K.-U. (Hg.), Festschrift zur Wiederweihe der Kirche zu Hohe, Hehlen 1977
  • Kirchenvorstand Hohe-Brökeln (Hg.) 750 Jahre Hoher Kirche, Hameln 2002
  • Bühring, J., Die Kunstdenkmäler des Landkreises Hameln-Pyrmont, Hannover 1975, Textband, S. 112/115 mit Hinweisen auf die Kirchen in Börry
  • Im Pfarrarchiv befinden sich: Kircheninventar von 1697 sowie Corpus bonorum von 1746

 

 

Wenn Sie uns helfen möchten, die Kirche zu erhalten, freuen wir uns über Ihre Spende!

 

Stiftung „Unsere Kirchen" der Ev.-luth. Immanuelkirchengemeinde Hehlen, IBAN DE02 2606 2433 0008 8888 25 VR-Bank Südniedersachsen eG.